Spendenabrechnung und Tätigkeitsbericht des Helferkreises Arnstein zum 30.06.2016

Mit Stilllegung des Brauerinternats als Noterstaufnahme für Flüchtlinge am 31.05.2016 haben wir Kassensturz gemacht.
Kurz und vorweg: Die Spendenbereitschaft und finanzielle Unterstützung in Arnstein und auch aus dem Landkreis Main-Spessart sowie angrenzenden Landkreisen war überwältigend!

Die Verwaltung und Bereitstellung der Spendengelder erfolgte zunächst ausschließlich über die Kath. Kirchenstiftung Arnstein. Als mit Schreiben der obersten Finanzbehörde sichergestellt war, dass jegliche Spenden für Flüchtlingsinitiativen in 2016 als gemeinnützig eingestuft werden würden, konnte über das Arnsteiner Netz e.V. die Spendenplattform Betterplace.org für weitere Spendenaktionen aktiviert werden. Die Spenden aus diesen Aktivitäten wurden direkt an den Helferkreis Arnstein weitergeleitet.

Geldspenden

Über die Verwendung der Spenden wurde genau Buch geführt und so ergibt sich folgendes Bild:

Im Zeitraum von August 2015 bis einschließlich Mai 2016 wurden im ehemaligen Brauerinternat in Arnstein 706 Flüchtlinge versorgt und betreut. In dieser Zeit wurden im Brauerinternat auch 2 Babies geboren.

An Geldspenden und Fördermitteln sind insgesamt 21.246,88 € eingegangen. Davon wurden 9648,08€ abgerechnet und wie folgt verwendet:

Einige Geldspenden waren zweckgebunden. So hatte ein Spender z.B. festgelegt, dass für den gespendeten Geldbetrag Musikinstrumente für die Kinderbetreuung anzuschaffen seien. Aus diesem Pool stammten die Trommeln und Gitarren, die für viel Spaß und Unterhaltung gesorgt haben.

Fördergelder und andere Einnahmen

An Fördergeldern wurden von der Lagfa Bayern e.V. 4.500,00 € bewilligt. Sie sind zweckgebunden für die unmittelbare Mittelbeschaffung im Deutschunterricht.
Einnahmen ergaben sich u.a. aus den symbolischen Kleinbeträgen für den Eigenanteil, den Flüchtlinge beim Empfang von Unterrichtsmaterial, Fahrrädern etc. spendeten, aus den Spenden für das Essen bei der Theaterveranstaltung des Karlstadter Ensembles, der Abgabe der Solidaritätsbuttons, Spenden am Weihnachtsmarkt, u.a. Aktivitäten.
Hier wurden 572,96 € eingenommen.

Der Gesamtbetrag aus Fördermitteln und sonstigen Einnahmen beläuft sich auf 5.299,51 €.

Sachspenden und andere Leistungen

Das Arnsteiner Netz e.V. stellte die Geräte und Infrastruktur für die WLAN-Versorgung im Brauerinternat zur Verfügung ( 1.150,– €). Das Landratsamt stellte die erforderlichen DSL-Leitungen. Wie in Nürnberg, Fürth, Erlangen und anderen bay. Städten wurde auch in Arnstein beim „Taschengeld“ der Flüchtlinge keine Leistungskürzung durch die Bereitstellung des Internet-Zugangs vorgenommen.

Der Verein Standpunkt e.V. stellte Bücher für den Deutschunterricht im Wert von ca. 5.000,– € zur Verfügung.

Die Flüchtlingshilfe München stiftete Unterrichtsmaterial für ca. 3.000,– €

Das Studentenwerk Bielefeld lieferte Bücher für ca. 250,– €

Eine Firma aus Lohr und Privatpersonen aus Arnstein stellten gebrauchte Laptops im Gesamtwert von ca. 750,– € und einen Laserdrucker (Deutschunterricht) bereit.

Aus dem gesamten Landkreis wurden zahlreiche nicht in Euro bewertete Fahrräder gespendet, die teilweise und gemeinsam mit den zukünftigen Besitzern in verkehrstauglichen Zustand versetzt wurden.

Ein Möbelhaus aus Würzburg stellte aus dem Austausch der Kantinenausstattung Tische und Stühle zur Verfügung, die in Unterrichtsraum und Gemeinschaftssaal die Biertischgarnituren und vorhandenen alten Tische ersetzten.

Als feststand, dass die Einrichtung länger als nur 6 Wochen betrieben werden würde, spendete eine Arnsteiner Familie die komplette Einrichtung der Kleiderkammer, bestehend aus Regalen, Kleiderständern, Kleiderbügeln etc.

Für Möbelspenden, bereitgestellt aus dem gesamten Landkreis, wurde ein Container angemietet, der zeitweise nicht ausreichte um die Möbel- und Gerätespenden aufzunehmen. Die Möbel und Geräte werden anerkannten Flüchtlingen und Flüchtlingsfamilien zur Verfügung gestellt, die sich aufgrund ihres Status eigene Wohnungen suchen müssen.

Arnsteiner Geschäfte und Firmen aus Würzburg spendeten in großem Umfang Schreibutensilien und Papier für den Deutschunterricht.

Weiterhin wurden aus dem ganzen Landkreis Spielsachen, Kinderwägen, „MaxiCosi“, Kinderbetten und große Mengen an Kleidung, Schuhen, Koffern, Decken und Bettwäsche geliefert, teils organisiert von örtlichen Gruppen, aber auch Vieles von Einzelpersonen.

Aus dem Helferkreis wurde unkompliziert und regelmäßig ein Transportfahrzeug bereitgestellt, mit dem der ständige Transport der Möbel- und Sachspenden ermöglicht wurde.

Gesamtes Spendenaufkommen Helferkreis Arnstein

Geldspenden, Fördermittel und bezifferte Sachspenden ergeben aufaddiert ein Spendenvolumen von ca. 32.414,– € für den Helferkreis Arnstein.
Kleiderspenden, Möbel, Fahrräder und ähnliches sind hier nicht eingerechnet.

Das Dankeschön des Helferkreises

Allen Spendern, die dazu beigetragen und dies alles möglich gemacht haben, gilt ein herzliches Dankeschön!

Organisation des Helferkreises Arnstein, externe Unterstützung

Der Helferkreis hatte sich in Arbeitsgruppen strukturiert, die Kommunikation erfolgte über Mailinglisten und Internet. Ca. 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer hatten sich listen lassen, daraus bildete sich ein Team von etwa 40 Personen, das die Bereiche Deutschunterricht, Kleiderkammer, Kinder- und Erwachsenenbetreuung, Backoffice und andere Aufgaben in teils wechselnder Besetzung versorgte.

Die Kleiderkammer des Helferkreises Arnstein konnte mit einigem logistischen Aufwand und Unterstützung aus dem gesamten Landkreis alle 706 Personen und Flüchtlinge, die in Arnstein untergebracht waren, vollständig und jahreszeitlich angepasst mit den notwendigen Kleidungsstücken versorgen. Ein herzlicher Dank gilt hier einerseits dem gesamten Kleiderkammer-Team, welches das alles mit großem und persönlichem Einsatz möglich gemacht hat und andererseits den vielen Spendern, die diese unglaubliche Menge an Kleidern und Textilien zur Verfügung gestellt haben! Vielen Dank auch an die Stadt Arnstein, die unbürokratisch die Räume der ehemaligen Rotkreuz-Station zur Verfügung stellte.

Der Deutschunterricht für die Flüchtlinge verschiedenster Herkunft war eine besondere Herausforderung, die in bemerkenswerter Weise bewältigt wurde. Ein Team von „Lehrern“ war in wöchentlich bis zu 14 verschiedenen Kursen erfolgreich engagiert, den Menschen in allen Altersstufen die ersten Schritte zur Integration und in die deutsche Sprache zu ermöglichen. Die benachbarte Grundschule unterstützte zeitweise mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten. Auch dafür ein großes Dankeschön und Danke an alle, die unterstützt und mitgearbeitet haben!

Die Kinderbetreuung war für Helfer und Betreuer regelmäßig ein besonderes Erlebnis! Mit den Sachspenden konnte ein Raum in der Unterkunft ähnlich einer Kindergartengruppe eingerichtet werden. Auch die größeren Kinder hatten einen Schrank mit Spiel- und Bastelmaterial. In der Kleiderkammer wurde die Spielsachen und Geräte für den Außenbereich gelagert. Diese wurde bis zu 3 x wöchentlich beim Spielangebot auf dem naheliegenden Hartplatz genutzt. Danke an alle, die regelmäßig und immer wieder geholfen und unterstützt haben!

Die Grundschule Arnstein ermöglichte es den Flüchtlingskindern, einmal in der Woche am Sportunterricht teilzunehmen. Außerdem wurde an einem Nachmittag im Werkraum der Grundschule Basteln für die Kinder angeboten. Im ersten Schulhalbjahr gab es eine Stunde Freies Spielen und Bewegen in der Grundschulturnhalle. Den Lehrkräften, die diesen wertvollen Beitrag in ihrer Freizeit möglich gemacht haben, gilt ein herzliches Dankeschön!

VertreterInnen der Stadt Arnstein, die Polizei und das Amts- und Familiengericht in Würzburg und Gemünden hielten Vorträge über unsere rechtlichen Grundlagen, Gleichberechtigung und das Zusammenleben in Deutschland. Herzlichen Dank dafür!

In der Spitze waren 230 Personen, davon 78 Kinder, in der Einrichtung untergebracht, die durch die verschiedenen Angebote Beschäftigung, Abwechslung und erste Schritte in die Integration fanden.

Caritas

Die Zusammenarbeit mit der Caritas hatte einen besonderen Stellenwert für den Helferkreis. Neben der guten und engen Zusammenarbeit mit den Asylberatern ist der umfassende Versicherungsschutz hervorzuheben, der dem gesamten Helferkreis während seiner Tätigkeit zur Verfügung stand.

Behörden

Das Landratsamt Mainspessart, die Stadt Arnstein und die Polizei standen stets hilfsbereit und kooperativ zur Verfügung wenn es darum ging, Lösungen herbeizuführen. Herzlicher Dank dafür an alle Verantwortlichen.

Kostenerstattung

In Abstimmung mit dem Arnsteiner Netz e.V. wurde am 14.03.2016 festgelegt, dass Ehrenamtliche Helfer, die jeweils mehr als 500km Fahrleistung mit ihrem KFZ für den Helferkreis unterwegs gewesen waren, den weiteren Fahraufwand bis zu diesem Datum mit 0,20 €/km vergütet bekommen. Dafür wurden 1130,–€ (entspr. 5650 km) aufgewendet. Weitere Erstattungen haben nicht stattgefunden.

Verfügbare Mittel

Mit dem Rest aus Spendengeldern und Fördergeldern stehen den Helferkreis Arnstein mit Abrechung zum 30.6.2016 Mittel in Höhe von 11.598,80 € zur Verfügung.

Weitere Verwendung der Mittel

Die verbliebenen verfügbaren Mittel und Sachspenden stehen für die weitere Betreuung von Flüchtlingen und, soweit nicht zweckgebunden, auch für andere Personen in Not bereit, denen die üblichen und bekannten Versorgungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung stehen. Die Geldspenden, die über den Verein Arnsteiner Netz e.V und die Kath. Kirchenstiftung Arnstein erfolgten, sind aufgrund einer Sonderregelung der Obersten Finanzbehörde für 2016 zweckgebunden und stehen nur für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung.

Eine detailgenaue Aufstellung kann auf Wunsch gerne zur Verfügung gestellt werden. (bitte E-Mail an leitung@helferkreis.arnsteiner.net)

Der Helferkreis Arnstein wird sich mit Unterstützung des Arnsteiner Netz e.V. und der Kath. Kirchenstiftung auch zukünftig in der bisher praktizierten Weise unterstützend einsetzen. In Arnstein sind aktuell immer noch ca. 100 Flüchlinge über das Stadtgebiet verteilt untergebracht.

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