Gezielt helfen, wo Hilfe gebraucht wird

Der Helferkreis aus Arnstein brachte 1000 Pakete mit Lebensmitteln auf den Weg in die Ukraine

Die Reihe der Hilfsgüter, die auf dem ehemaligen Edeka-Gelände in Arnstein aufgereiht waren, zog sich den ganzen früheren Getränkemarkt entlang. Darunter waren sechs Tonnen Lebensmittel und Hygieneartikel, die die rund 1000 Care-Pakete auf die Waage brachten, und darüber hinaus dringend benötigte Medikamente, Kinderrollstühle, oder auch Matratzen und warme Bettwaren für eine Notunterkunft; selbst ein fast nagelneues Stromaggregat wurde gespendet. „Wir haben unsere Hilfsgüter nach Bedarf zusammengestellt und wir wissen, was gebraucht wird und wohin unsere Lieferungen gehen“, sagte Organisatorin Cornelia Fuchs bei der Übergabe.

Gut vernetzt und kontinuierlich aktiv

Der hiesige Helferkreis ist bestens vernetzt und organisiert, beginnend mit der Zusammenstellung hier vor Ort, über die Logistik, den Transport in das Kriegsgebiet am Donbas bis zur Verteilung dort. Über 120 000 Euro hat der Arnsteiner Helferkreis gesammelt. Die verschickten Waren werden grundsätzlich in der Region Arnstein eingekauft.

Nach der Katastrophe mit dem gesprengten Staudamm wurden kurzfristig in drei Tagen 350 Care-Pakete und viele weitere Bedarfsartikel in die betroffenen Gebiete verschickt.

Ukrainerinnen helfen hier Ihren Landsleuten vor Ort

Gepackt werden diese Pakete fast ausschließlich von Frauen und Männern aus der Ukraine, die in Arnstein und den umliegenden Gemeinden untergebracht sind. Sie sind stolz darauf, dass sie ihren Landsleuten in der Ukraine helfen können und viele kommen selbst aus Würzburg extra angefahren. Organisiert werden die Packaktionen von Nelli Henning, die professionell die Waren kommissioniert.

Mit beteiligt am Helfernetz sind auch lokale Betriebe. Die Ladeneinrichtung für den Verkauf im Edeka-Gebäude kommt von der Firma s.Oliver, die Bender-Bräu unterstützte bei Logistik und Versorgung mit Getränken, die Firmen Schmitter, SAM’s und MIWE halfen bei den notwendigen Verpackungen, für die bislang noch kein Cent ausgegeben werden musste.  Die Rotarier Karlstadt-Arnstein halfen mit großzügigen Geldspenden, ebenso wie die Sparkasse Mainfranken und vielen weiteren Spendern.

Second Hand für alle

Ein großer Teil des Geldes kommt aber auch durch viele kleine Spenden zusammen, die der Helferkreis durch seinen Secondhand erhält. Im Alten Edekagebäude wird nicht nur eine große Auswahl an Bekleidung weitergegeben, sondern auch Möbel finden hier wieder neue Besitzer. – Es ist eine nachhaltige „Einkaufsmöglichkeit“ vor Ort für die gesamte Stadtbevölkerung.

Selbstverständlich arbeiten alle Mitarbeiter ehrenamtlich. Die Stadt Arnstein zahlt die Nebenkosten und die Versicherung für das Verkaufsgebäude und hilft auch jederzeit spontan weiter.

Zur jüngsten Hilfsgüterfahrt waren neben Vertretern der umliegenden Kommunen und der KAB, die noch dazu gleich eine Spendenzusage im Gepäck hatte, auch die Pfarrer Christian Ammersbach und Tilman Schneider mit dabei. Diese Aktionen seien ein großes Werk christlicher Nächstenliebe für die betroffenen Menschen, denn Krieg und Gewalt träfen immer die Schwächsten.

Kulinarischer Dank

Einen Einblick in die kulinarische Welt gab eine Gruppe ukrainischer Frauen aus Arnstein und Würzburg bei der kleinen Feier: Von süßen landestypischen Leckereien über deftigem Fingerfood bis zu selbst hergestellter ukrainische Limonade boten sie eine große Auswahl als Dankeschön für die Unterstützung ihrer Landsleute den Gästen an.

Weitere Informationen zum Helferkreis und Spendenmöglichkeiten auf der Internetseite https://helferkreis.arnsteinernetz.de/

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